Der einzige Weg, die Orientierung im Leben zu behalten

Der Dschungel der Ratgeber

Wie kann man Orientierung im Leben behalten?
Wie kann man Orientierung im Leben behalten?

Wie geht das, Orientierung im Leben zu behalten? Es gibt so viele Ratgeber, die sich gegenseitig widersprechen:

Verwirrt Dich das auch manchmal?

Die Sehnsucht nach Klarheit

Wie sehne ich mich bei all den unterschiedlichen Aussagen, endlich Klarheit zu haben. Den einen Weg, den Stein der Weisen zu finden. Wenn ich mich umsehe, scheint es viele Menschen zu geben, die ihren Weg gefunden haben. Lerne ich sie dann besser kennen, bleibt es beim Schein. Eine Zufriedenheit an der Oberfläche, zur Schau gestellt durch Prada, Porsche und Co. Konsum ist wichtiger als das Innenleben. Ist es das, was unser Leben ausmacht? Ist das alles?

Auf der anderen Seite erlebe ich immer mehr Menschen, die nur das Eine können. Sie verschreiben sich mit Herz und Seele einer Sache und beginnen ihre Umwelt zu missionieren. Zu beobachten ist das in der Politik, in der Esoterik und auch im Beruf (such mal nach Scrum Evangelisten). Das ist zwar Klarheit, aber dogmatisch und nicht lebendig. Getreu dem Motto: Wenn jemand nur einen Hammer als Werkzeug hat, ist für ihn jedes Problem ein Nagel.

Der lebendige Ort der Ruhe

Mit dem immer gleichen Verhalten laufen wir bei einer sich ändernden Umwelt Gefahr, uns nicht anpassen zu können. Je mehr unterschiedliche Verhaltensweisen wir zur Verfügung habe, desto lebendiger und angemessener können wir auf unsere Umwelt reagieren. Beispielsweise ganz entspannt im Hier und Jetzt im Herbstwald spazieren gehen und anschließend die Zukunft in der gemeinsamen Wohnung planen. Die Mitarbeiter partizipativ einbinden oder -wenn es sein muss- eine klare Aufgabe vorgeben.

Wir brauchen den inneren Ort der Ruhe, von dem aus wir auf unsere Umwelt antworten können. Von dem aus wir unsere Antwort bewusst auswählen und nicht automatisch mit den gewohnten Mustern reagieren. Die Ruhe, in der wir zumindest erkennen, dass unser Verhalten nicht mehr passend ist und mit deren Hilfe wir eine neue Antwort suchen können. Wie können wir diesen Ort der Ruhe finden?

Meditation als Weg

Hast Du schon mal geglaubt, Du müsstest gleich sterben? Ich hatte das, als ich mit dem Auto auf eisglatter Straße ins Schleudern geriet und direkt auf einen Baum zu raste. Meine Wahrnehmung veränderte sich dramatisch. Die Zeit dehnte sich unendlich aus. Ich wurde vollkommen ruhig und konnte jedes Detail meiner Umwelt gestochen scharf erkennen. Alle unnötigen Gedanken verschwanden. Ich sah, dass die Reifen die eisbedeckte Fahrbahn verlassen hatten und auf dem Straßenrand wieder griffen. Sofort drückte ich die Bremse und kam 1 cm vor dem Baum zum Stillstand. War das knapp!

Diese seltsame Ruhe und Klarheit können wir auch erlangen, ohne uns in Lebensgefahr zu begeben. Wir müssen dafür allerdings etwas tun: Uns im hektischen Alltag bewusst Zeiten des Innehaltens und der inneren Einkehr reservieren. Es gibt viele Wege, zu unserem Ruhepol zu kommen: Atmen, einen Berg besteigen, Beten, Malen usw. Die Gedanken verlangsamen. Allerdings: Aus einem Buch kann man das nicht lernen, denn es erfordert regelmäßige Praxis. Ohne Facebook, WhatsApp und Snapchat.

Fazit

Unsere Sehnsucht nach Klarheit kann uns zu einem dogmatischen Standpunkt verleiten. Statt zu „wissen“, wo der Hase im Leben lang läuft, hilft eine neugierig fragende Haltung besser, auf die Wechselfälle des Lebens zu antworten. Diese Neugierde ermöglicht es uns, neue Verhaltensweisen zu lernen und aus dem Ruhepol der Meditation zu entscheiden, welche Antwort die hilfreichste ist. Erst dann können wir bewusst unseren eigenen Lebensweg gehen anstatt unbewusst einen Weg einzuschlagen, den andere für uns vorgedacht haben. Wir geben uns selbst die Orientierung im Leben, die wir benötigen.

Der Weg ist das Ziel. Oder myWay!