5 Gründe, warum wir unseren beruflichen Traum nicht leben

grinsender Geschäfsmann mit Computer entspannt am Strand im Traum

 

Hast Du Dich schon mal mit Deinen beruflichen Träumen beschäftigt? Dir große Ziele gesetzt und sie nicht erreicht? Willkommen im Club! Woran liegt es, dass der Erfolg sich nicht einstellt? Und wie gehen wir damit um? Ich verrate Dir 5 Gründe, warum wir unseren Traum nicht leben:

1. Wir wollen die Konsequenzen nicht tragen

Große Träume führen zu anspruchsvollen Zielen. Anspruchsvolle Ziele fordern uns, außergewöhnliche Leistungen zu bringen. Die Geschichte von Andy Holzer zeigt das auf beeindruckende Art: Obwohl er blind ist, hat er sich seinen Traum erfüllt und ist Berufsbergsteiger geworden. Für einen Blinden eine herausragende Leistung. Er hat gegen den Rat seiner Freunde und Familie stur an seinem Traum festgehalten. Kannst Du Dir vorstellen, wie viel Training er dafür aufgewendet hat? Wärest Du bereit, jeden Tag 12-14 Stunden für Deinen Traum zu investieren? Wege zu gehen, die noch niemand zuvor gegangen ist? Die Stimmen von Freunden und Familie zu ignorieren?

Dr. Napoleon Hill hat 1937 in seinem Buch „Think and grow rich13 Erfolgsgesetze beschrieben. Alle heutigen Erfolgstrainer bauen auf diese Gesetze auf. Zwei Gesetze sind dabei, die mich persönlich abschrecken: Die organisierte Planung meines beruflichen Erfolgs und die Umwandlung meiner Sexualkraft. Ich kann mir gut ausmalen, dass ich erfolgreicher wäre, wenn ich meine Tage noch mehr planen und meine Sexualkraft in den Beruf investieren würde. Stelle ich mir das konkret vor, schreit ein Teil in mir „nein, um Himmels willen“! Lieber weniger erfolgreich und mehr Spontaneität und Sex in meinem Leben. Ich bin nicht bereit, die Konsequenzen zu tragen 😉

2. Unsere Ziele sind falsch

Ziele können auf mehrere Arten „falsch“ sein. Wenn wir unser Unterbewusstsein aktivieren wollen, müssen sie bildhaft, messbar und terminiert sein. SMART: S – spezifisch, M – messbar, A – aktiv beeinflussbar, R – realistisch und T – terminiert. Sieh Dir die folgenden Sätze an und spüre den Unterschied:

  • Ich möchte beruflich erfolgreich sein.
  • Ich möchte in 3 Jahren bei der Firma XY Abteilungsleiter im Marketing sein, 12 Mitarbeiter führen und ein Jahreseinkommen von 120.000€ haben.

Beim Lesen merkst Du den Unterschied. Bei der ersten Formulierung wird sich in Dir keine Stimme des Widerstandes regen. Sie ist aber auch so unkonkret, dass Dein Unterbewusstsein nicht weiß, wie es Dir helfen soll. Bei der zweiten Formulierung spüre ich eine innere Anspannung. Ich muss etwas dafür tun, dieses Ziel zu erreichen. Genau das ist die Botschaft, die unser Unterbewusstsein braucht, um uns zu helfen. Ist die Anspannung zu groß? Entweder das Ziel kleiner machen oder wir sind wieder bei Punkt 1 und wollen die Konsequenzen nicht tragen.

Zudem gehen wir bei der Formulierung unserer Ziele oft davon aus, was wir erreichen wollen. Wir müssen bei unseren Zielen aber beachten, welchen Nutzen wir der Welt bringen. Was nützt es, wenn wir der weltbeste Kohleträger sind, die Welt aber mit Solarstrom heizt? Dann haben wir der Welt keinen Nutzen zu bieten. Formulieren wir das Ziel von oben doch um:

  • Ich möchte in 3 Jahren meine Kenntnisse im Marketing und als Führungskraft soweit entwickelt haben, dass die Firma XY mich als Abteilungsleiter einstellt. Dabei möchte ich 12 Mitarbeiter führen und 120.000€ Jahreseinkommen haben.

Klingt doch gleich viel besser! Und selbst wenn die Firma XY mich nicht einstellt, habe ich neue Fähigkeiten erworben. Vielleicht stellt mich eine andere Firma ein.

3. Ziele erreichen macht nicht glücklich

Wie jetzt? Ziele erreichen macht nicht glücklich? Du denkst sicher, jetzt ist er völlig durchgedreht. Aber: Hast Du schon mal ein großes Ziel erreicht, auf das Du mehrere Jahre hin gearbeitet hast? Bei mir war es das Diplom an der Universität. Gut 5 Jahre hatte ich nur dieses eine Ziel im Kopf. Bei Durchfallquoten von bis zu 90% war es extrem schwer zu erreichen. Irgendwann hielt ich mein Diplom in der Hand. Ich erinnere mich noch genau, wie ich in ein gewaltiges Motivationsloch gefallen bin. Das sollte es jetzt gewesen sein mit meiner Ausbildung? Jetzt geht es nur noch darum, 40 Jahre zu arbeiten und die Rente zu bekommen? Ich war vollkommen verstört und deprimiert.

Ein großes Ziel zu erreichen ist wie in der Schwerelosigkeit zu schweben. Die Schwerkraft eines neuen Ziels zieht uns noch nicht in eine neue Richtung. Ein spannender Augenblick: Wie verhalten wir uns in der Ziellosigkeit? Kannst Du ahnen, wie die meisten Menschen sich verhalten? Sie suchen schnellstmöglich ein neues Ziel, weil sie Ziellosigkeit nicht ertragen können. Es gibt sogar Menschen, die vorsorglich ein paar Ziele im Köcher haben, um niemals in den Zustand der Ziellosigkeit kommen. Glück sieht anders aus!

Wenn Du in Deiner Erinnerung kramst, was sind die glücklichsten Menschen, die Du kennst? Bei mir sind es tibetanische Mönche oder der Dalai Lama. Sieh Dir mal das Video von Matthieu Ricard „the habits of happiness“ an. Ich glaube nicht, dass er nach den 13 Erfolgsgesetzen von Dr. Napoleon Hill gelebt hat. Obwohl ich mir bei der Umwandlung der Sexualkraft nicht ganz sicher bin…

4. Wir übersehen die Wirkung des Systems

In unserem täglichen Leben sind wir Teil von mehreren Systemen: Unserer Familie, der Firma, unserem Land, dem Fußballverein und so weiter. Wir als Individuum werden vom System beeinflusst und beeinflussen auch das System. Jedes System hat eigene Regeln. Beispielsweise gibt es Unternehmen, bei denen man nur mit einem Doktortitel Geschäftsführer wird. Oder es gilt die Regel, dass der Chef als erster kommt und als letzter geht. Wenn wir in so einem System Erfolg haben wollen, müssen wir nach den Regeln des Systems spielen. Diese Regeln können unserer Natur total entgegenstehen. Wollen wir in so einem Kontext unseren Traum erreichen und „müssen“ über einen langen Zeitraum herausragende Leistungen bringen, führt das in die Katastrophe. Ich würde sagen, der Burnout ist vorprogrammiert. Du kannst solche Situationen daran erkennen, wenn Du innerlich Sätze sagst wie: Jetzt muss ich nur noch XY tun, dann fange ich endlich an zu leben (oder dann habe ich es geschafft).

Harter Tobak oder? Es kommt noch schlimmer: Raus aus dem System hilft auch nur bedingt. Wir können unseren Job kündigen, uns selbständig machen und z.B. Erfolgstrainer werden. Dann verlassen wir zwar das System Firma, sind aber doch indirekt abhängig davon. Wir brauchen Klienten, die in einem System Firma unglücklich sind, dort Geld verdienen und damit unsere Erfolgstrainings kaufen. Wir sind nur vom System Firma in das nächstgrößere System Wirtschaft gewechselt. Sogar wenn wir die größtmögliche Freiheit wählen, auf alle weltlichen Dinge verzichten und Mönch werden, sind wir spätestens betroffen, wenn die Politiker entscheiden, Atomkrieg zu spielen.

5.  Schicksalsschläge

Wir haben einen Traum und sind schon die ersten Schritte auf unserem Weg unterwegs. Dann passiert etwas, das uns total aus der Bahn wirft: Eine Scheidung, ein teurer Autounfall, der Tod eines geliebten Menschen oder eine Krankheit. Es gibt prominente Menschen, die behaupten, dass wir so etwas mit unseren eigenen Gedanken anziehen. Zum Teil würde ich ihnen Recht geben. Wenn wir immer nur Angst und Haß fühlen und denken, kommt auch Angst und Haß in unser Leben.

Es gibt aber auch die Schicksalsschläge, die einfach so in unser Leben platzen. Bei mir war es im Jahr 2009. Zuerst die Scheidung und dann ein Gerichtsstreit mit den deutschen Finanzbehörden. Irgendein Beamter traf eine zweifelhafte Entscheidung zu meiner Einkommenssteuererklärung aus dem Jahr 2000. Ich musste zu Unrecht einen Batzen Geld zahlen. Alles, was ich gespart hatte, war durch die Scheidung schon weg. Ich musste einen Kredit aufnehmen, um das Geld ans Finanzamt zu zahlen. Der Gerichtsprozess gegen das Finanzamt dauert seit 2009 an und wird mit immer wieder neuen Forderungen verzögert. Die Gerichtsunterlagen füllen mittlerweile 5 Ordner. Das Ganze kostete bis jetzt unglaublich viel Energie. Ich wollte zwischendrin schon aufgeben.

Das war nur ein kleiner Schicksalsschlag und doch kannst Du ahnen, wie viel meiner Lebensenergie da hinein geflossen ist. Diese konnte ich nicht aufwenden, um meinem Traum näher zu kommen. Manchmal legt uns das Leben Steine in den Weg.

Fazit

Ich finde es ausgezeichnet, einen Traum zu haben und sich dafür einzusetzen. Wir sollten das Hauptaugenmerk allerdings nicht auf das Erreichen des Zielzustands richten, sondern auf die Schritte, die wir im Augenblick gehen. Selbst wenn wir eine unstillbare Sehnsucht nach unserem Traum empfinden, können wir diese zulassen und fühlen, ohne auf ihre Erfüllung zu drängen.

Haben wir ein Bewusstsein dafür, was gerade in uns und um uns herum geschieht, können wir uns Handlungsalternativen überlegen. Mal konsequent arbeiten, mal unsere Sexualität leben, mal meditieren und sich manchmal aus einem System herausziehen. Auch mal was neues Verrücktes probieren. Immer nur auf die gleiche Art handeln ist auf Dauer eintönig. Je mehr Alternativen wir zur Verfügung haben, desto lebendiger ist unser Leben. Es kann zwar sein, dass wir unseren Traum dabei nie erreichen, doch wie Konfuzius sagt: Der Weg ist das Ziel! Oder myWay!

Was hindert Dich, Deinen Traum zu leben? Hinterlass doch einen Kommentar.

Lust auf mehr? Wir freuen uns auf Dich im Seminar.
Der Weg zum Erfolg: Scheitern ist erlaubt

Der Weg zum Erfolg: Scheitern ist erlaubt

Wie hängen Erfolg und Scheitern miteinander zusammen?

Immer wieder treffe ich Menschen, die einige Methoden probiert haben, um erfolgreich zu sein und ihr Leben „in den Griff“ zu bekommen. Sei das nach dem Motto „Die 7 Wege zur Effektivität“, „Führen-Leisten-Leben“, „getting things done“ oder „In 7 Jahren zum Millionär“. Die wenigsten Menschen sind jedoch Millionäre geworden oder haben ihr Leben vollständig „im Griff“.  Schlimmer noch, einige verzweifeln und erkranken mit einem Burn Out. Woran liegt das? Aus meiner Sicht hat das drei Ursachen:

  • Wir wissen nicht, von wo wir starten.
  • Wir haben unkonkrete und unrealistische Ziele.
  • Wir blenden die Möglichkeit des Scheiterns aus.

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